Interview mit Romero

über Stark



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Sie sagten einmal in einem Interview vor etwa zwei Jahren, dass Sie jede einzelne Drehminute an THE DARK HALF gehasst hätten...


(lacht) Naja, ganz so schlimm war es dann auch nicht. Ich sprach damals sicherlich von den grossen technischen und finanziellen Problemen, die wir in der Endphase der Produktion hatten. Ich hasste den ganzen Ärger während der Post-Production, da Orion damals Bankrott ging. Uns waren regelrecht die Hände gebunden, denn wir hatten keinerlei finanzielle Mittel mehr zur Verfügung. Dadurch sind wir in L. A. aufgehalten worden. Ich selbst war zu jener Zeit von Juli bis zum März des nächsten Jahres dort und machte überhaupt nichts. Diese Situation war wirklich unerträglich. Es gab noch nicht einmal mehr das Geld, um die Special Effects vernünftig fertig zu stellen. Da uns auch die aufwendige Schlussszene nicht komplett vorlag, war es dem Komponisten nicht möglich, diese zu vertonen. Also benutzten wir die bereits fertig gestellte Musik aus anderen Teilen des Films. Einige geplante Szenen wurden sogar vollständig fallengelassen. Die Schlussszene von THE DARK HALF hasse ich wirklich. Sie sah wie der erste Versuch der Effect-Crew aus. Wir hatten allerdings niemals die Zeit oder das Geld, um diese zu perfektionieren. Ursprünglich hatte ich mir vorgestellt, eine Art Schleier über die finalen Bilder zu legen. In der derzeitigen Form ist das Ende viel zu harmlos, ja es wirkt fast wie eine Szene aus STAR WARS. Auch bei einigen Sequenzen, in denen wir mit den Vögeln arbeiteten, rann uns die Zeit davon. Das war eine unglaublich frustrierende Periode. Der Dreh mit den Schauspielern war, von einigen Problemen, die wiederum mit dem Studio zusammenhingen, einmal abgesehen, jedoch sehr erfreulich. Tim [Timothy Hutton] und ich hatten zwar einige Auseinandersetzungen, aber letztendlich haben wir sehr gut miteinander gearbeitet. Er ist ein sehr kooperativer Mensch, und wenn er seine Rolle spielen sollte, gab es überhaupt keine Schwierigkeiten. Auch die anderen Beteiligten waren einfach großartig. Als wir den Hauptteil des Films fertig stellten, hatten wir wirklich eine schöne Zeit miteinander. Es waren lediglich diese anderen Geschichten, mit denen wir zu kämpfen hatten. Vor allen Dingen die Vögel, die Vögel waren die Hölle! Bei den Dreharbeiten hatten wir ständig Käfige um uns herum, in denen wir uns aufhalten mussten. Jedesmal wenn wir eine Einstellung drehen wollten und die Kamera aufbauten, mussten wir darauf achten, dass die Käfige außerhalb des Objektivsichtfelds lagen. Das Problem war nur, dass wir die Kameraposition nicht wechseln durften, was die Vögel natürlich nicht sonderlich interessierte. Sie befanden sich meistens außerhalb dessen, was im Sichtbereich der Kamera lag. Die gesamte Beleuchtung befand sich zudem außerhalb der Käfige, damit sich die Vögel nicht in den Scheinwerfern verfangen konnten. Unter diesen Umständen konnten wir pro Tag nur zwei Einstellungen abdrehen, eine am Morgen und eine am Nachmittag. Ich hasste jede dieser Minuten, das kann ich Ihnen versichern.


Ich hörte , dass Sie das Ende von THE DARK HALF ändern mussten...

Die einzige Veränderung, die wir vornehmen mussten, und dies wiederum aus finanziellen Gründen, ist die bereits erwähnte Schlussszene, in der die Vögel den Körper von George Stark zu fressen beginnen und ihn anschließend unter seinen Schreien dem Himmel entgegentragen. Für diese Szene ließen wir eine mechanische Puppe anfertigen, die an einem Kran befestigt werden sollte. Man kann im fertigen Film diese Puppe in einigen Close-Ups bewundern, eine wirklich hervorragende Arbeit. Die Puppe wurde dann mit Hilfe des Krans in die Luft gehoben und später sollten dann die Vögel mittels Computer-Effekten hinzugefügt werden. Dieses Vorhaben hat sich jedoch aus finanziellen und zeitlichen Gründen als nicht realisierbar erwiesen. Wir waren damals ziemlich ratlos, da wir ja immer noch kein Ende hatten. Also drehten wir die Szene in der George Stark von den Vögeln zerstückelt wird und sein Skelett anschließend zusammenfällt neu. Einige dieser Einstellungen sind leider nicht gerade sehr zufrieden stellend. Unglücklicherweise hatten wir nicht mehr die Möglichkeit, diese offensichtlichen Schwächen durch eine erhöhte Anzahl von Vögeln zu retuschieren. Dieses Material ist ziemlich... (hält den Daumen nach unten). Aber glücklicherweise hat dies keinen allzu großen negativen Effekt auf die Geschichte. Die meisten Zuschauer sehen über derartige Patzer hinweg, wobei mich persönlich solche Dinge natürlich immer stören. Aber wenigstens konnten wir den Film trotz aller widrigen Umstände fertig stellen und er liegt nicht zum Verkauf in irgendeinem Filmlager herum. Selbstverständlich ist mir klar, dass der Film hätte besser werden können, wenn z. B. die Filmmusik vorgelegen hätte und die Effekt-Aufnahmen qualitativ besser gewesen wären. So mussten wir uns letztendlich mit dem zufrieden geben, was noch in unseren Möglichkeiten lag.